Japan-Tagebuch des ESV Lok Chemnitz: Koto, Körbe und ein Basketballtraum wird wahr!
Von Chemnitz nach Japan – Basketball, Kultur und jede Menge Abenteuer
17 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren und sieben erwachsene Begleitpersonen machten sich auf den Weg nach Japan. Zwischen Basketball, japanischem Schulalltag, kulturellen Entdeckungen und vielen neuen Begegnungen wurde diese Reise zu einem Abenteuer, das allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ankommen und eintauchen
Nach dem Flug mit Starlux Airlines, Reiscrackern und englischem Unterhaltungsprogramm erreichte unsere Gruppe endlich Japan. Dort wurden wir von Ulrike Loibl und Tobias begrüßt. Schnell wurden die Lok-Outfits gegen die Trikots von Levanga Hokkaido getauscht, bevor es mit jeweils zwei Koffern pro Person per Metro zur Omiyakita High School ging. Nach dem ersten japanischen Schulessen und einer Einweisung in Tatami-Zimmer und Futons war um 21:30 Uhr schließlich Bettruhe angesagt.
Am nächsten Morgen warteten Reis, Nori-Suppe und Fisch zum Frühstück. In kleinen Gruppen erkundeten wir gemeinsam mit Schülerinnen der Omiyakita High School Saitama: Shopping, Bowling, Greifautomaten und Selfie-Fotoboxen sorgten für Abwechslung. Natürlich durfte auch das erste Basketballtraining nicht fehlen.
Am Dienstag standen der Omiya Park und der alte Hikawa-Schrein auf dem Programm. Bei einer Matcha-Teezeremonie lernten wir die japanische Teekultur kennen. Sportlich wurde es anschließend gegen die Ohara Junior High School. Trotz großem Einsatz mussten wir uns mit 46:62 geschlagen geben. Beim anschließenden Austausch von Geschenken und Grüßen wurde deutlich: Auch ohne dieselbe Sprache verbindet Basketball.
Tokio, Koto und der nächste Sieg
Ein Ausflug führte uns nach Tokio zum Bahnhof Shinjuku und auf die Aussichtsplattform im 45. Stock des Tokyo Metropolitan Government Building. Dort wartete eine besondere Überraschung: Torsten Loibl lud uns zum B.-League-Spiel von Levanga Hokkaido gegen die Yokohama B-Corsairs ein.
Zurück aus dem modernen Tokio, gestärkt durch ein leckeres Mittagessen in einem Ramenrestaurant, ging es mit einem kulturellen Kontrastprogramm weiter. Wir bekamen eine Unterrichtsstunde am traditionellen Musikinstrument Koto und lernten gemeinsam mit unseren Gastschülern das Stück „Die Kirschblüte“.
Danach hieß es: Alltagskleidung runter und rein in die Lok-Trikots! Im zweiten Spiel gegen die Mihashi Junior High School zeigte unsere Mannschaft eine starke Leistung und gewann deutlich mit 73:47.
Ein Schultag voller Technik, Musik und Kreativität
Am nächsten Morgen bekamen wir eine Führung durch die Omiyakita High School und konnten die Unterrichtsräume unserer Gastgeber kennenlernen. Beim 3D-Druck konstruierten beziehungsweise druckten wir Propeller und stellten uns anschließend einem Flug-Contest. Danach wurde ein japanisches Kinderlied auf Handchimes musiziert. Zum Abschluss gestalteten wir ein Motiv aus der Edo-Epoche, das übertragen, schabloniert und mit einem Cuttermesser ausgeschnitten werden musste. Außerdem interviewten Schülerinnen der High School unsere Jugendlichen für ein Schulprojekt. Am Nachmittag folgte die nächste Trainingseinheit – schließlich darf Basketball bei einer Reise des ESV Lok Chemnitz nicht zu kurz kommen!
Freitag, 16. Oktober – Auf den Spuren der Eisenbahn
Um 7:00 Uhr klingelte der Wecker. Nach dem Frühstück mit Reis besuchten wir das Saitama Railway Museum. Von den ersten Zügen bis zum modernen Shinkansen lernten wir die Entwicklung der japanischen Eisenbahn kennen. Passend zu unserem Eisenbahnerverein ging es anschließend mit genau diesem Verkehrsmittel zurück zur Schule.
Nach einer kurzen Pause wartete der Manga Club. Hier konnte jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen und eigene Manga-Motive zeichnen. Am Nachmittag stand das dritte Spiel an. Gegen die Nissin Junior High School überzeugte unser Team mit hoher Ballsicherheit und körperlichen Vorteilen. Das Ergebnis: ein deutlicher 74:30-Sieg!
Samstag, 17. Oktober – Shopping und Gastfamilien
Beim Shopping Day in Saitama City hatten unsere Jungs zweieinhalb Stunden Zeit, in kleinen Gruppen Andenken und Geschenke für Familie und Freunde zu finden. Doch die Shoppingtour musste rechtzeitig enden: Um 14:00 Uhr wartete das vierte Spiel gegen die Omiyakita Junior High School. Auch hier spielte Lok überzeugend und gewann mit 79:34.
Nach dem Duschen und Taschenpacken begann um 16:30 Uhr ein ganz besonderer Abschnitt: Unsere Jugendlichen wurden in Zweiergruppen auf Gastfamilien verteilt. So konnten sie das japanische Familienleben aus nächster Nähe kennenlernen und weitere persönliche Eindrücke sammeln.
Sonntag, 18. Oktober – Ein Basketballtraum wird wahr!
Schon um 7:00 Uhr trafen wir uns an der Omiya Station. Wie so oft waren die Metrotickets eine kleine Herausforderung. Dank der Unterstützung unserer japanischen Begleiter fanden wir aber zuverlässig unseren Weg nach Tokio und Yokohama zur Deutschen Schule von Tobi Loibl.
Im fünften Spiel entwickelte sich eine schnelle, körperbetonte und ausgeglichene Begegnung. Die körperlich überlegene Mannschaft der Deutschen Schule setzte sich schließlich im letzten Viertel ab und gewann mit 73:64.
Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht. Lok-Trikots aus, Levanga-Hokkaido-Trikots an und wieder ab zur Metro! In der Buntai Arena erlebten wir Torsten Loibl und seine Mannschaft live gegen die Yokohama B-Corsairs. Die Veranstaltung bot eine gigantische Show, und unsere Jungs feuerten Levanga lautstark an. So laut, dass Ulrike Loibl uns mitteilte, unser Anfeuern sei sogar in der TV-Liveübertragung zu hören gewesen!
Levanga Hokkaido gewann mit 109:78. Nach dem Spiel wollten unsere Jugendlichen Torsten und seine Spieler unbedingt persönlich sehen. Zunächst verwehrten japanische Ordner den Zugang – bis Torsten selbst darum bat, unsere Mannschaft durchzulassen. Endlich konnten die Jungs ihrem Coach gratulieren. Dann kam Keisei Tominaga aus der Umkleide! Alle bekamen ihr ersehntes Autogramm und ein gemeinsames Mannschaftsfoto mit ihrem Idol und Torsten. Ein Traum wurde wahr!
Auf dem Rückweg begleiteten Torsten und sein Co-Trainer Sensei Koichi unsere Gruppe kurzerhand mit der Metro bis zur Omiya Station. Dort warteten bereits die Gastfamilien. Ein langer, aufregender und emotionaler Tag ging zu Ende.
Montag, 19. Oktober – Gemeinsam trainieren und Abschied nehmen
Um 9:00 Uhr hieß es Abschied nehmen von den Gastfamilien und zurück zur Omiyakita High School. Am Vormittag werteten wir die gesammelten Eindrücke aus. Am Nachmittag folgte eine gemeinsame Trainingseinheit unter Leitung unseres Profitrainers und Freundes Torsten Loibl. Sämtliche Spieler der Omiyakita High School sowie die japanischen und deutschen Trainer waren dabei. Gemeinsam wurde intensiv trainiert, ausprobiert und mit großer Freude Basketball gespielt.
Anschließend mussten wir uns von Torsten verabschieden, der zum nächsten Spiel von Levanga Hokkaido weiterfuhr. Die gemeinsame Einheit zeigte noch einmal, wie sehr Basketball über Länder- und Sprachgrenzen hinweg verbindet.
Dienstag, 20. Oktober – Little Edo und das letzte Spiel
Wie immer klingelte der Wecker früh und das Frühstück wartete auf uns. Danach hieß es Aufbruch: Mit der Metro ging es nach Kawagoe, das auch als „Little Edo“ bekannt ist. Die Hauptstraße mit ihren historischen Kurazukuri-Gebäuden erinnert an eine Altstadt aus der Edo-Zeit. In kleinen Grüppchen erkundeten wir die Gassen und Souvenirläden. Dabei fand sich sicher die eine oder andere Leckerei oder ein Andenken für zu Hause.
Zur Mittagszeit ging es zurück zur High School, denn das letzte Basketballspiel unserer Reise gegen die Miyamae Junior High School wartete. Nach drei spannenden Vierteln konnte sich unsere Mannschaft mit einem deutlichen Vorsprung absetzen und gewann das letzte Spiel mit 68:40. Wir verabschiedeten uns herzlich von unseren Gegnern.
Danach hieß es Kofferpacken und Vorbereitungen für die Heimreise treffen. Nach dem Abendbrot durfte ein letzter Besuch im geliebten 7-Eleven natürlich nicht fehlen. Die restlichen Yen wurden in Süßigkeiten und Ramen investiert, und auch das WLAN konnte noch einmal ausgiebig genutzt werden. Nach dem abendlichen Einkaufsbummel stand das letzte Mannschaftsmeeting zur Vorbereitung auf den Abreisetag an.
Mittwoch, 21. Oktober – Auf Wiedersehen, Japan!
Der Wecker klingelte früh, und zum letzten Mal wartete das legendäre Reisfrühstück auf uns. Um die Stimmung zu heben, gab es inzwischen seit drei Tagen auch Weißbrotbrötchen, Marmelade und Aufstrich – eine willkommene Abwechslung!
Danach standen Morgentoilette, Bettenabziehen und Kofferpacken auf dem Programm. Die Aufgaben für die Endreinigung wurden per Losverfahren verteilt: Die erste Gruppe griff zu den Staubsaugern, die zweite zu den Kehrbesen, die dritte reinigte die Waschtische und die vierte kümmerte sich um Duschen und WCs. Schließlich sollte die Schule ordentlich hinterlassen werden.
Nachdem alles erledigt war, hieß es Aufbruch. Nach der Verabschiedung und einem letzten Gruppenfoto vor der Omiyakita High School ging es zur Metrostation. Sogar für einen kurzen Ausflug durch den Ueno Park blieb noch Zeit. Dank unserer liebenswerten und fürsorglichen Begleiter Herr Kuroiwa, Herr Murata, Herr Hayano und Herr Kaya erreichten wir wohlbehalten und pünktlich den Check-in am Narita International Airport.
Dort bedankten wir uns und verabschiedeten uns von unseren Begleitern. Dann ging es mit dem Flugzeug Richtung Taipeh und von dort weiter nach Prag.
Donnerstag, 22. Oktober – Wieder zu Hause
Nach unzähligen Stunden Flugzeit kamen wir in Prag an. Wir holten unsere Koffer ab und fuhren mit dem Shuttle zum Parkplatz. Am Lok-Sportkomplex in der Christian-Wehner-Straße warteten unsere Eltern bereits sehnsüchtig darauf, uns nach diesem Abenteuer wieder in die Arme zu schließen und all die spannenden Geschichten und Eindrücke persönlich zu hören.
Der eine oder andere freute sich schon auf das leckere Essen zu Hause und vor allem auf das eigene Bett. Mit einem letzten Gruppenfoto endete unsere Japanreise. Danach ging es für alle wohlverdient nach Hause.
Fünf Basketballspiele, vier Siege, kulturelle Entdeckungen, neue Freundschaften und unzählige gemeinsame Erlebnisse: Japan war für den ESV Lok Chemnitz weit mehr als eine Sportreise. Ein herzliches Dankeschön an unsere japanischen Gastgeber, die Gastfamilien, alle Begleiter und Unterstützer, die dieses Abenteuer möglich gemacht haben!